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Hans Christian Andersen und Kopenhagen
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Hans Christian Andersen (1805-1875) ist in Odense auf der dänischen Ostseeinsel Fünen geboren und aufgewachsen, doch sein Schicksal war immer Kopenhagen. Schon als Junge träumte er davon, in die dänische Hauptstadt zu reisen, und am Montag, 6. September 1819, kam ein armer, hagerer 14-jähriger Junge dort an. Kopenhagen erzog Andersen, inspirierte ihn, hier lernte er einige seiner engsten Freunde kennen, und Kopenhagen bildete die Kulisse für viele prägende Erlebnisse in seinem Leben.
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Aufgrund des ausgezeichneten Erhaltungszustands des historischen Zentrums sieht Kopenhagen heute noch sehr ähnlich wie zu Andersens Zeiten aus. Die Häuser, in denen er lebte, sind alle noch erhalten. Das Royal Theatre, das den Mittelpunkt seiner Welt bildete, beherbergt heute die besten Opern-, Theater- und Ballettensembles Dänemarks. Und viele von ihm besuchte Cafés servieren auch heute
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noch. Auch wenn sich Kopenhagen inzwischen zu einer lebendigen, modernen Stadt entwickelt hat, hätte Andersen keine Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden und würde viele Gebäude wiedererkennen.
Sein Ziel: Die Bühnenlaufbahn
Als Andersen in der Stadt ankam, war sein Ehrgeiz auf das Kongelige Teater gerichtet. An seinem ersten Tag ging er schnurstracks zu dem eindrucksvollen neoklassizistischen Gebäude am Kongens Nytorv und umkreiste es mehrmals. "Ich sah hinauf und fühlte mich fast zuhause", erinnert er sich später. Leider entflammte das Königliche Theater nicht ebenso schnell für Andersen. Anfangs versuchte er sein Glück als Balletttänzer und bat die Ballerina Madame Shall in ihrem Haus in der Straße Bredgade 19 um Hilfe (sie hielt ihn für verrückt). Dann wandte er sich an den Leiter des Theaters, der Andersen "zu dünn fürs Theater" hielt. Und dann – nach zwölf Tagen in der Stadt – wandte er sich an den Direktor des königlichen Chores. Dieser war beeindruckt von Andersens Stimme und unterstützte ihn bis zum Stimmbruch. Andersens Bühnenlaufbahn war damit mehr oder weniger beendet. Alles in allem trat er zwar nur als Lakai, Page, Krieger und als Schäfer auf, doch viele seiner Werke sowie Stücke, die auf seinen Märchen basierten, wurden hier später aufgeführt. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Andersen eine neue Spielstätte für seine Stücke gefunden: das neue Kasino Teater an der Amalie-gade. Dies war das erste private Theater in Kopenhagen, und Andersen empfand die Zusammenarbeit mit den Besitzern einfacher, als mit der autokratischen Führung des Kongeligen Teaters.
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Ein Haus am HafenWährend seiner Zeit in Kopenhagen lebte Andersen in vielen verschiedenen Häusern – von einem fensterlosen Zimmer in einem Haus in der Straße Ulkegade hinter dem Kongens Nytorv, zur damaligen Zeit eine heruntergekommene Gegend, in der die Prostitution blühte, bis hin zu Suiten im eleganten Hotel du Nord (heute das Kaufhaus Magasin du Nord, gegenüber dem Theater) und im Hotel d'Angleterre. Er lebte eine Zeit im ältesten Haus Kopenhagens in der Vingårdstræde 6 (angeblich einst das Haus von König Hans), und er wohnte über dem Café a Porta (neben dem Magasin), das er ebenfalls gern besuchte. Doch die meiste Zeit seines Lebens wohnte er in drei verschiede-nen Häusern am Kanal Nyhavn. Andersens erste Wohnung befand sich im 2. Stock von Nr. 20; hier schrieb er auch seine ersten
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Märchen. Von 1845-64 lebte er bei der Familie Anholm in Nummer 67. Seine letzten Jahre verbrachte er in Nummer 18, neben seiner ersten Wohnung am Nyhavn. Heute ist die malerische Hafenstraße ein beliebter Treffpunkt mit Cafés, Restaurants und Open Air-Bars.
Die Inspiration des Schriftstellers
Zu Beginn seiner Zeit in Kopenhagen verbrachte Andersen viele Stunden in der Universitätsbibliothek auf dem Rundetårn, dem bemerkenswerten Observatorium aus dem 17. Jahrhundert mit der spiralförmigen Rampe. Der Bibliothekar stammte ebenfalls aus Odense und aus Mitleid mit dem armen Studenten erlaubte er Andersen, Bücher mit nach Hause zu nehmen. Später in seinem Leben sollte Andersens Verleger ebenfalls in der Købmagergade sitzen. Andersen lebte und bildete sich aber nicht nur in Kopenhagen, seine täglichen Spaziergänge durch die Stadt inspirierten auch seine Arbeit einschließlich seines ersten veröffentlichten Stücks: "Fodreise fra Holmens Canal til Østpynten af Amager i årene 1828 og 1829". Dies war die Beschreibung eines Spazierganges durch die Stadt, den man auch heute noch machen kann. Mit zunehmender Bekanntheit seiner Arbeit wurde Andersen in den Künstlerkreis im Haus des Dichters Knud Rahbek, Bakkehuset (das Haus auf dem Hügel), in Frederiksberg eingeladen. Er unterhielt die dort versammelten Schriftsteller und Maler, und sie wiederum beeinflussten seine Entwicklung als Schriftsteller. Heute befindet sich in dem idyllisch gelegenen Haus nahe der Carlsberg Brauerei ein Museum. Die wichtigste Touristenattraktion der Stadt, das Tivoli, war schon zu Andersens Zeiten beliebt. Die Vorstellung bei der Eröffnung 1843 inspirierte Andersen zu einem seiner bekanntesten Märchen, "Die Nachtigall". Heute erinnert das Tivoli an diese Verbindung mit verschiedenen Produktionen und Shows, die auf Werken von Andersen basieren. Im nostalgischen 50-er Jahre-Fahrgeschäft "Der fliegende Koffer" werden 32 bunte Szenen aus Märchen von Hans Christian Andersen dargestellt. Es gibt im Tivoli auch ein Hans Christian Andersen-Schloss und einen Hans Christian Andersen-Laden. Gegenüber der Ostseite des Tivoli auf dem H.C. Andersen Boule-vard befindet sich eine der beiden Statuen des Schriftstellers in der Stadt. Die andere steht in Kongens Have (dem königlichen Garten neben Rosenborg Slot). Natürlich hat die bekannteste Statue Kopenhagens auch eine Verbindung zu Andersen: Die kleine Meerjungfrau, für viele gleichbedeutend mit Kopenhagen, wurde 1913 zur Erinnerung an Andersens bekannte Fabel von der Carlsberg Brauerei gestiftet. Hans Christan Andersen starb 1875 im Alter von 70 Jahren und wurde wie viele seiner berühmten
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Zeitgenossen auf dem Friedhof Assistens Kirkegård in Nørrebro beerdigt. Dieser wunderschöne Friedhof wird von den Kopenhagenern als Park genutzt und hat eine lebendige, freundliche Atmosphäre.
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Mittwoch, Februar 16 2011
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